Drückt nach Starkregen Abwasser aus dem Kellerablauf, fehlt meist eine Rückstausicherung oder sie ist falsch eingebaut. Denn eine Rückstauklappe kann Sie nur dann zuverlässig schützen, wenn der passende Typ am richtigen Ort in einer sinnvoll geführten Leitung sitzt. Die Typen 0 bis 3 nach DIN EN 13564-1 funktionieren nur in waagerechten Leitungen, ein senkrechter Einbau scheidet deshalb in aller Regel aus. Welcher Typ für welches Abwasser zulässig ist, legt DIN 1986-100 fest.
Was Rückstau eigentlich ist und warum Keller in Bremen und umzu besonders betroffen sind
Zu Rückstau kommt es immer dann, wenn in den öffentlichen Kanal mehr Wasser fließt, als er abführen kann. Geht ein kräftiges Gewitter nieder, füllt sich das Netz, und in den Schächten steigt der Wasserspiegel an. Da Ihr Hausanschluss direkt mit dem Kanal verbunden ist, steigt das Wasser dort ganz genauso. Es sucht sich dann den tiefsten offenen Punkt im Haus, etwa den Bodenablauf in der Waschküche oder das Gäste-WC im Untergeschoss. Mit einer Verstopfung hat das nichts zu tun, denn in miteinander verbundenen Leitungen pendelt sich Wasser schlicht auf dieselbe Höhe ein.
Genau hier setzt eine Rückstauklappe an, die man fachlich korrekt als Rückstauverschluss bezeichnet. Sie lässt Abwasser aus dem Gebäude in Richtung Kanal passieren und schließt, sobald Druck aus der entgegengesetzten Richtung kommt. Das klappt allerdings nur, wenn das Gerät zur Leitung, zur Art des Abwassers und zum Einbauort passt. Viele Nachrüstungen scheitern genau an diesen Voraussetzungen, und das zeigt sich oft erst beim ersten richtigen Unwetter.
Die Rückstauebene als maßgebliche Höhenlinie an Ihrem Haus
Mit der Rückstauebene ist die Höhe gemeint, bis zu der das Wasser bei Rückstau im Kanalnetz ansteigen kann. Sofern die örtliche Satzung keine andere Festlegung trifft, gilt die Straßenoberkante an der Stelle, an der Ihr Grundstück an den Kanal angeschlossen ist. Ein Beispiel macht das anschaulich: Liegt die Straße vor Ihrem Haus höher als der untere Absatz Ihrer Kelleraußentreppe, befinden sich Keller und Kellerabgang vollständig unterhalb dieser Linie. In der Stadt Bremen ist hanseWasser für das Kanalnetz zuständig. Im Umland sollten Sie sich an den Abwasserbetrieb Ihrer Gemeinde wenden, wenn Sie klären möchten, ob für Ihr Grundstück eine abweichende Festlegung besteht.
Für Ihre Planung bedeutet das: Jede Ablaufstelle, die unterhalb der Rückstauebene liegt, muss geschützt werden. Alles, was darüber liegt, entwässert ganz gewöhnlich im freien Gefälle. Unterhalb liegen typischerweise vor allem: - Bodenabläufe - Anschlüsse für die Waschmaschine - Duschen im Keller - Waschbecken im Hobbyraum - WCs im Souterrain - Entwässerungsrinnen vor Kellerabgängen oder abgesenkten Garageneinfahrten Vergleichen Sie die Höhe von Straße und Kellerboden mit einem Nivelliergerät oder einer Schlauchwaage, sehen Sie meist recht schnell, wie viel unter dieser Linie liegt.
Weshalb das Kanalnetz Rückstau bewusst in Kauf nimmt
Die Planung öffentlicher Kanäle richtet sich nach DIN EN 752, der Norm für Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden. Nach dieser Norm werden Netze auf bestimmte Regenhäufigkeiten ausgelegt und eben nicht auf jedes nur denkbare Unwetter. Ein seltener Starkregen darf das Netz also durchaus überlasten, denn andernfalls müssten Kanäle in Größenordnungen gebaut werden, die sich niemand leisten könnte. Aus diesem Grund schreiben die Entwässerungssatzungen in aller Regel vor, dass Grundstückseigentümer selbst für den Schutz gegen Rückstau sorgen. Viele Versicherungen setzen zudem eine funktionsfähige und gewartete Rückstausicherung voraus, und fehlt diese, kann die Leistung gekürzt werden.
Hinzu kommt in unserer Region die Beschaffenheit der Landschaft. Bremen und das Umland bis in die Wesermarsch sind flach, und vielerorts steht das Grundwasser hoch. Daraus ergeben sich zwei Folgen: Zum einen liegen Kellerböden nicht selten nur knapp oberhalb der Kanalsohle, sodass das Gefälle zum Kanal gering ausfällt. Zum anderen fließt Oberflächenwasser bei Starkregen auf flachen Straßen schlecht ab, wodurch die Rückstauebene tatsächlich erreicht wird.
DIN EN 13564, DIN EN 12056 und DIN 1986-100: welche Norm wofür zuständig ist
Rund um die Rückstausicherung werden mehrere Normen gern miteinander vermischt. Dabei greifen sie eigentlich klar ineinander: Eine Norm beschreibt das Produkt, andere befassen sich mit der Planung im Gebäude, eine mit dem Netz außerhalb und eine weitere mit dem Betrieb.
- DIN EN 13564-1: legt die Anforderungen an die Rückstauverschlüsse selbst fest, also an Bauarten, Kennzeichnung und Dichtheit. Die Prüfverfahren sind in weiteren Teilen der Normreihe geregelt.
- DIN EN 12056: behandelt die Schwerkraftentwässerung innerhalb von Gebäuden. In Teil 4 geht es um Abwasserhebeanlagen und darum, wann Rückstauverschlüsse genügen.
- DIN 1986-100: die deutsche Ergänzung mit den konkreten Planungsvorgaben. Hier ist festgelegt, welcher Typ sich für welches Abwasser eignet und was für Gefälle, Leitungsführung und Rückstauebene gilt.
- DIN EN 752: regelt Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden, von der Grundstücksentwässerung bis hin zum öffentlichen Kanalnetz.
- DIN 1986-3: enthält die Regeln für Betrieb und Wartung, unter anderem die Intervalle für Inspektion und Wartung.
Welche Bauarten DIN EN 13564-1 unterscheidet
DIN EN 13564-1 gliedert Rückstauverschlüsse in verschiedene Typen. Den Typ finden Sie auf dem Gerät und im Datenblatt, und er ist die mit Abstand wichtigste Angabe, wichtiger als Material oder Produktbezeichnung. Die Typen 0 bis 3 sind für waagerechte Leitungen konstruiert, die Typen 4 und 5 dagegen für den Einbau in Bodenabläufe.
Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564-1 im Überblick
| Typ | Aufbau | Einsatz laut DIN 1986-100 (vereinfacht) |
|---|---|---|
| Typ 0 | Ein selbsttätiger Verschluss, kein Notverschluss | Nur eingeschränkt, im Wesentlichen für Regenwasserleitungen |
| Typ 1 | Ein selbsttätiger Verschluss plus Notverschluss | Nur eingeschränkt, im Wesentlichen für Regenwasserleitungen |
| Typ 2 | Zwei selbsttätige Verschlüsse plus Notverschluss (der Notverschluss kann mit einem davon kombiniert sein) | Fäkalienfreies Abwasser, z. B. Waschmaschine, Dusche, Bodenablauf |
| Typ 3 | Selbsttätiger Verschluss mit Fremdenergie (Sensor, Motor) plus davon unabhängiger Notverschluss | Fäkalienfreies Abwasser; mit Kennzeichnung F unter engen Bedingungen auch fäkalienhaltiges Abwasser |
| Typ 4 / Typ 5 | Rückstauverschluss im Bodenablauf integriert | Einzelne Bodenabläufe; Zulässigkeit je nach Variante und Abwasserart |
Vereinfachte Darstellung. Verbindlich sind die jeweils aktuelle Normfassung und die Angaben des Herstellers.
Bei fäkalienhaltigem Abwasser, also allem, was aus WC oder Urinal kommt, genügen rein mechanische Klappen nicht. Nach den Planungsregeln kommt hier ausschließlich ein Typ 3 mit der Kennzeichnung F in Betracht, und selbst dieser nur unter bestimmten Bedingungen. Ein Typ 3 ist auf Strom angewiesen: Ein Sensor registriert den Rückstau, ein Motor schließt daraufhin den Verschluss, und meist wird zusätzlich ein Alarm ausgelöst. Wie sich das Gerät bei einem Stromausfall verhält, hängt vom Hersteller ab, und das sollten Sie vor dem Kauf unbedingt im Datenblatt nachlesen.
Im Handel begegnen Ihnen Bezeichnungen wie „Rückstauverschluss Triplex-K“. Über die Einsatzgrenzen verraten solche Namen allerdings wenig. Worauf es wirklich ankommt, sind diese Angaben im Datenblatt: - Typ nach DIN EN 13564-1 - Eignung für fäkalienfreies oder fäkalienhaltiges Abwasser - Nennweite - zulässige Einbaulage - vorgesehene Einbauart: freiliegende Leitung, Bodenplatte oder Schachtsystem Stimmt auch nur eine dieser Angaben nicht mit Ihrer Situation überein, bietet selbst ein hochwertiges Gerät keinen verlässlichen Schutz.
In welchen Fällen eine Abwasserhebeanlage vorgeschrieben ist
Nach DIN 1986-100 und DIN EN 12056-4 muss fäkalienhaltiges Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, grundsätzlich über eine Abwasserhebeanlage abgeführt werden. Ein Rückstauverschluss Typ 3 mit F-Kennzeichnung ist lediglich als Ausnahme erlaubt, und zwar nur dann, wenn sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- Zum Kanal besteht ein natürliches Gefälle.
- Die Räume werden nur untergeordnet genutzt, sodass im Schadensfall weder nennenswerte Sachschäden noch eine Gefährdung der Gesundheit der Bewohner zu erwarten sind.
- Der Kreis der Nutzer ist klein, beispielsweise die Bewohner eines Einfamilienhauses.
- Oberhalb der Rückstauebene gibt es ein weiteres WC, das genutzt werden kann, solange der Verschluss geschlossen ist.
Ein ausgebauter Keller mit Gästezimmer, Bad und hochwertigem Bodenbelag wird in aller Regel nicht als untergeordnet genutzt eingestuft, und dann kommen Sie um eine Hebeanlage nicht herum. Diese pumpt das Abwasser über eine sogenannte Rückstauschleife, deren höchster Punkt oberhalb der Rückstauebene liegt, sodass Rückstau aus dem Kanal diese Schleife nicht überwinden kann. Zusätzlich bleibt die Kellerentwässerung während eines Rückstaus nutzbar, was bei einer geschlossenen Klappe nicht möglich ist.
Einbauvoraussetzungen: was Sie klären sollten, bevor auch nur ein Rohr angefasst wird
Ob eine Rückstauklappe zuverlässig schützt, entscheidet sich bei der Planung. Zu Beginn sollten drei Fragen beantwortet sein: - Welche Abläufe sind an die Leitung angeschlossen? - Ist ausreichend Gefälle zum Kanal vorhanden, und wie steht es um den Zustand der Leitung? - An welcher Stelle lässt sich das Gerät so einbauen, dass es dauerhaft gewartet werden kann? Wer diese Fragen auslässt, riskiert zum Beispiel, dass sich Wasser von oben vor der geschlossenen Klappe staut und im Keller austritt.
Ausschließlich Abläufe unterhalb der Rückstauebene anschließen
Grundsätzlich darf ein Rückstauverschluss nur Ablaufstellen absichern, die unterhalb der Rückstauebene liegen. Alles, was höher liegt, muss hinter dem Verschluss, also auf der Kanalseite, in die Grundleitung einmünden. Das betrifft vor allem Fallleitungen aus den oberen Etagen und Regenfallrohre. Der Hintergrund ist einfach: Sobald die Klappe schließt, kann auch Ihr eigenes Abwasser nicht mehr abfließen. Läuft also oben die Waschmaschine oder regnet es auf das Dach, staut sich dieses Wasser vor der geschlossenen Klappe und tritt an der tiefsten Stelle aus, und das ist nun einmal der Keller.
Erfahrungsgemäß liegt gerade in vielen älteren Häusern hier der Knackpunkt. Früher wurden Keller- und Hausabwasser häufig in einer gemeinsamen Grundleitung unterhalb der Bodenplatte zusammengeführt. Wo genau diese Leitungen zusammenlaufen, weiß heute oft niemand mehr, und Pläne sind entweder nicht vorhanden oder ungenau. Mit einer Kanal-TV-Untersuchung samt Ortung lässt sich feststellen, wo Abzweige liegen und welche Leitung wohin verläuft. Erst danach kann man sinnvoll entscheiden, ob sich die Kellerabläufe getrennt erfassen lassen oder ob eine Umverlegung erforderlich ist.
Gefälle zum Kanal und Zustand der Grundleitung
Eine Rückstauklappe ist auf die Schwerkraft angewiesen und funktioniert nur, wenn das Abwasser im normalen Betrieb von allein in Richtung Kanal fließt. Liegt Ihr Kellerboden tiefer als der Kanal oder ist das Gefälle zu gering, ist ein Rückstauverschluss nicht die richtige Wahl, dann wird eine Abwasserhebeanlage benötigt. Welches Mindestgefälle für Anschluss- und Grundleitungen gilt, bestimmt DIN 1986-100 abhängig von Leitungsart und Nennweite. Die vorgeschriebenen Mindestwerte bewegen sich in der Größenordnung von etwa 0,5 bis 1 Prozent. Achten sollten Sie außerdem darauf, dass die Leitung vor und hinter dem Verschluss weder Gegengefälle noch eine Senke aufweist, in der sich Ablagerungen ansammeln können.
Ebenso entscheidend ist, in welchem Zustand sich die Leitung zwischen Verschluss und Kanal befindet. Bei Rückstau steht dieser Abschnitt unter Druck, und zwar mit rund 0,1 bar pro Meter Wassersäule. Weist die Grundleitung Risse oder verschobene Muffen auf, presst sich das Wasser durch diese Schadstellen ins Erdreich und unter die Bodenplatte. Im ungünstigen Fall dringt es dann über Fugen oder Wanddurchführungen doch noch in den Keller ein, obwohl die Klappe selbst dicht hält. Ob die Leitung dem gewachsen ist, zeigen eine Kanal-TV-Untersuchung und eine Dichtheitsprüfung vor dem Einbau, die Kenan Hundur & Suzana Schopper HSB beide durchführt. Abhängig vom Befund lassen sich Schäden grabenlos beheben, etwa per Schlauch- oder Kurzliner, und meist muss dafür der Kellerboden nicht großflächig geöffnet werden.
Den passenden Einbauort finden
Für den Einbauort gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: in einer freiliegenden Leitung im Keller, mit einem Einbausatz in der Bodenplatte oder außerhalb des Gebäudes in einem Schacht. Welche davon für Sie in Frage kommt, hängt vor allem davon ab, an welcher Stelle die Kellerleitungen von den übrigen Leitungen getrennt verlaufen. Für alle drei Varianten gilt:
- Der Verschluss befindet sich in einer Leitung, durch die ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene fließt.
- Deckel und Notverschluss bleiben dauerhaft erreichbar, also ohne Regal, Verkleidung oder Estrich darüber.
- Das Gehäuse ist in der vom Hersteller vorgegebenen Lage eingebaut, und der Pfeil für die Fließrichtung zeigt zum Kanal.
- Am Einbauort herrscht kein Frost, was besonders für Schächte im Außenbereich wichtig ist.
- Die Nennweite des Verschlusses stimmt mit der Leitung überein, denn eine Reduzierung auf eine kleinere Nennweite ist keine Lösung.
Senkrechter Einbau: weshalb die Rückstauklappe in eine waagerechte Leitung gehört
Häufig stellt sich bei Nachrüstungen die Frage, ob man die Rückstauklappe nicht einfach in das senkrechte Rohr setzen kann. Kurz gesagt: in aller Regel nicht. Die Typen 0 bis 3 nach DIN EN 13564-1 sind ausdrücklich für horizontale Leitungen gebaut. Ihre Klappen sind so im Gehäuse aufgehängt, dass sie durch ihr Eigengewicht oder durch Auftrieb eine bestimmte Stellung einnehmen und bei Gegendruck dicht an den Sitz gepresst werden. Diese Mechanik funktioniert nur in der vorgesehenen Einbaulage.
Dreht man das Gehäuse um 90 Grad, stimmt nichts mehr: - Die Klappe hängt ständig offen in der Strömung oder liegt nicht richtig am Dichtsitz an. - Schmutz, Fasern und Fett setzen sich dort ab, wo sie das Schließen behindern. - Der Reinigungsdeckel befindet sich seitlich oder unten und lässt sich nicht öffnen, ohne dass Abwasser austritt. - Der Hebel des Notverschlusses lässt sich im Ernstfall kaum betätigen. Auch wenn die Klappe bei einem Test einmal schließen sollte, ist damit keineswegs sicher, dass sie das nach einigen Monaten mit Ablagerungen noch tut. Ein Einbau abweichend von der Herstelleranleitung gefährdet in der Regel die Gewährleistung.
Prüfen Sie nach dem Einbau zwei Dinge: Zeigt der Deckel nach oben, und weist der Fließrichtungspfeil zum Kanal?
Typische Situationen, in denen ein senkrechter Einbau naheliegend erscheint
Der Gedanke an einen senkrechten Einbau entsteht fast immer aus Platzmangel. Ein typisches Beispiel: Im Hauswirtschaftsraum führt eine Fallleitung von oben herab, nimmt im unteren Bogen den Kellerablauf auf und verschwindet dann direkt in der Bodenplatte, ohne dass es irgendwo ein waagerechtes Stück gäbe. Ein zweites Beispiel: Die Waschmaschine pumpt ihr Wasser in ein Standrohr, das senkrecht in die Grundleitung mündet. Im ersten Fall wäre eine Klappe im senkrechten Rohr nicht nur technisch zweifelhaft, sie würde auch gegen die Grundregel verstoßen, weil durch die Fallleitung Abwasser von oberhalb der Rückstauebene fließt.
Welche Lösungen stattdessen funktionieren
Die saubere Lösung besteht fast immer darin, die Leitungsführung so umzubauen, dass ein waagerechter Abschnitt entsteht. Dafür wird das Abwasser der Kellerabläufe separat gefasst und über ein kurzes horizontales Teilstück mit dem Rückstauverschluss geleitet, und erst hinter dem Verschluss mündet es in die Grundleitung. Die Fallleitung aus den oberen Geschossen führt unabhängig davon direkt in die Grundleitung. Manchmal ist dafür eine Kernbohrung nötig, oder ein kleines Stück der Bodenplatte muss geöffnet werden, dafür lassen sich mit dieser Lösung aber die Regeln einwandfrei einhalten.
Für einzelne Bodenabläufe gibt es eine Alternative, nämlich Bodenabläufe mit integriertem Rückstauverschluss (Typ 4 oder 5). Diese sitzen unmittelbar im Ablauf und sichern genau diese eine Stelle ab. Ist nicht genügend Gefälle vorhanden oder fällt fäkalienhaltiges Abwasser an, ist eine kleine Abwasserhebeanlage die sinnvollere Wahl. Sollte ein Hersteller ein Produkt ausdrücklich für senkrechte Leitungen freigeben, ist ausschließlich dessen Einbauanleitung maßgeblich, eine gewöhnliche Rückstauklappe wird dadurch aber nicht für den senkrechten Einbau geeignet.
Wenn ohnehin die Leitungsführung im Keller geändert wird, lohnt es sich, auch die Fallleitung selbst einmal genauer anzusehen. Gusseiserne Fallrohre in älteren Gebäuden sind innen erfahrungsgemäß oft verkrustet oder angegriffen. Kenan Hundur & Suzana Schopper HSB saniert solche Fallrohre von innen, sodass Sie Umbau und Sanierung in einem Arbeitsgang planen können.
Einbau in eine freiliegende Rohrleitung, ganz ohne Schachtsystem
In vielen Kellern verläuft die Sammelleitung der Kellerabläufe sichtbar an der Wand oder knapp oberhalb des Bodens, bevor sie durch die Außenwand oder die Bodenplatte Richtung Kanal führt. Für diesen Fall gibt es Rückstauverschlüsse, die sich direkt in die freiliegende Leitung setzen lassen, also ohne Schacht und ohne Einbausatz für die Bodenplatte. Das ist oft die unkomplizierteste Variante, sie bringt aber eigene Anforderungen an Einbaulage und Befestigung mit sich.
Freiliegende Leitung oder Einbau in Bodenplatte bzw. Schacht?
Freiliegende Leitung
- Die Bodenplatte muss nicht aufgestemmt werden, sofern die Leitung passend verläuft
- Das Gerät ist jederzeit sichtbar und lässt sich gut warten
- Undichte Verbindungen fallen sofort auf
- Voraussetzung ist, dass die Kellerleitung vor dem Zusammenfluss frei zugänglich ist
Bodenplatte oder Schacht
- Funktioniert auch, wenn die Leitung unterhalb des Bodens verläuft
- Kein Gerät im Raum, der Boden bleibt frei nutzbar
- Der Boden muss geöffnet oder am Haus gegraben werden
- Der Deckel muss dauerhaft frei bleiben, der Schacht frostfrei und dicht sein
Was für den freiliegenden Einbau erfüllt sein muss
Damit ein Einbau in eine freiliegende Leitung möglich ist, müssen mehrere Bedingungen gegeben sein: - Durch die Leitung fließt ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene. - Der Verschluss liegt vor der Stelle, an der Leitungen aus den oberen Etagen hinzukommen. - Es ist ein gerader, waagerechter Abschnitt vorhanden, der mindestens so lang ist wie das Gerät samt Verbindungsstücken. - Das Gehäuse ist nicht seitlich verdreht eingebaut, der Deckel zeigt nach oben. - Oberhalb des Deckels ist ausreichend Platz, um ihn abzunehmen und die Klappen herauszuziehen. Wird später ein Trockner oder ein Regal darübergestellt, ist eine Wartung kaum noch möglich.
Befestigung und Übergänge: wo die meisten Fehler passieren
Bei Rückstau wirken auf Verschluss und Rohrverbindungen Kräfte, die im normalen Betrieb überhaupt nicht vorkommen. Der Wasserdruck aus dem Kanal presst gegen die geschlossene Klappe und versucht, das Gehäuse aus den Muffen herauszudrücken. Steckmuffen von Abwasserrohren sind für den drucklosen Betrieb ausgelegt und halten solchen Schubkräften ohne zusätzliche Sicherung nicht zwingend stand. Deshalb sollten vor und hinter dem Verschluss feste Rohrschellen sitzen, die an Wand oder Boden verankert sind, und je nach Vorgabe des Herstellers kommen noch Schubsicherungen an den Muffen dazu.
Eine weitere Schwachstelle sind die Übergänge zwischen unterschiedlichen Materialien. In älteren Häusern in Bremen und Umgebung stoßen häufig gusseiserne Leitungen oder Steinzeug auf Kunststoffrohre. Solche Übergänge müssen mit geeigneten, eigens dafür vorgesehenen Verbindern hergestellt werden. Ein mit Silikon oder Klebeband abgedichteter Übergang hält dem Rückstaudruck nicht stand, denn was bei normalem Abfluss dicht ist, muss unter Druck noch lange nicht dicht bleiben.
Wovon der Aufwand im Einzelfall abhängt
Wie viel Aufwand ein Einbau bedeutet, hängt weniger vom Gerät selbst als von der Leitungssituation ab. Verläuft die Kellerleitung bereits separat und ist frei zugänglich, bleibt die Nachrüstung in einem überschaubaren Rahmen. Deutlich aufwendiger wird es, wenn Leitungen erst voneinander getrennt, die Bodenplatte geöffnet oder Materialübergänge neu hergestellt werden müssen. Außerdem spielen der Typ des Verschlusses (mechanisch oder elektronisch), eine vorausgehende Kamerauntersuchung und mögliche Sanierungsarbeiten an der Grundleitung eine Rolle. Ein verlässliches Angebot lässt sich daher erst nach einer Besichtigung erstellen, im besten Fall nach einer Kanal-TV-Untersuchung.
Schritt für Schritt: wie ein fachgerechter Einbau abläuft
Beim Einbau eines Rückstauverschlusses ist die richtige Reihenfolge entscheidend, weil jeder Schritt auf dem vorangegangenen aufbaut. Wer zuerst das Rohr aufsägt, bemerkt Planungsfehler oft erst dann, wenn es bereits zu spät ist. In der Praxis gestaltet sich der Ablauf folgendermaßen:
Von der Planung zur funktionierenden Rückstausicherung
- Rückstauebene und Ablaufstellen bestimmenDie Straßenhöhe an der Anschlussstelle ermitteln oder beim Netzbetreiber erfragen und mit dem Kellerboden vergleichen. Sämtliche Abläufe im Keller erfassen und kennzeichnen, welche unterhalb der Rückstauebene liegen und ob fäkalienhaltiges Abwasser anfällt.
- Verlauf und Zustand der Leitungen untersuchenDie Grundleitung mit Kanal-TV befahren und orten lassen. Dabei klären: An welcher Stelle laufen Keller- und Hausleitungen zusammen? Wo münden Regenfallrohre ein? Gibt es Risse, Wurzeln oder Versatz? Schäden vor dem Einbau beseitigen und nicht erst danach.
- Typ und Einbauort festlegenAuf Grundlage von Abwasserart, Gefälle und Raumnutzung den Typ nach DIN EN 13564-1 auswählen oder sich für eine Abwasserhebeanlage entscheiden. Den Einbauort so bestimmen, dass ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene hindurchfließt und der Deckel frei erreichbar bleibt.
- Waagerecht einbauen und sichernDen Zulauf stilllegen und ein Teilstück heraustrennen. Das Gerät waagerecht in Fließrichtung einsetzen, mit dem Deckel nach oben. Übergänge mit geeigneten Verbindern herstellen und Gehäuse sowie Rohre mit verankerten Schellen gegen Schub sichern.
- Funktion und Dichtheit kontrollierenKlappen und Notverschluss betätigen, den Durchfluss testen und die Verbindungen prüfen. Bei neu verlegten Grundleitungen gehört eine Dichtheitsprüfung dazu. Abschließend den Betreiber in Notverschluss und Inspektion einweisen und den Einbau dokumentieren.
Wo das Selbermachen an seine Grenzen stößt
Handwerklich versierte Hausbesitzer können einen mechanischen Rückstauverschluss durchaus selbst in eine gut erreichbare, freiliegende Leitung einbauen. Die eigentliche Arbeit liegt allerdings in den Schritten eins bis drei, also bei Rückstauebene, Leitungsführung und Typwahl. Wer sich hier vertut, setzt ein Gerät ein, das im Ernstfall nicht schützt oder den Schaden sogar noch verschlimmert. Hinzu kommt die Versicherung: Im Schadensfall kann durchaus geprüft werden, ob die Rückstausicherung fachgerecht eingebaut und gewartet wurde, und dann ist eine nachvollziehbare Dokumentation durch einen Fachbetrieb mehr wert als ein Kassenbon.
Kamera, Dichtheitsprüfung, Sanierung: die Vorarbeiten an der Leitung
Innerhalb dieses Ablaufs kümmert sich Kenan Hundur & Suzana Schopper HSB in erster Linie um die Arbeiten an der Leitung selbst, also um Kanal-TV-Untersuchung und Dichtheitsprüfung sowie die Sanierung beschädigter Grund- und Fallleitungen. Die fachliche Verantwortung liegt bei Kenan Hundur. Der Betrieb verfügt über DWA-Qualifikationen, SAG-Sachkundenachweise und eine Kummert-Schulung und hat Sanierungen auch im Objektbereich durchgeführt, unter anderem an der Rolandklinik Bremen, am Marinemuseum, beim Projekt Weserquerung Bremerhaven und am Objekt Heerdt. Für Sie als Hausbesitzer bedeutet das: Bevor ein Rückstauverschluss eingesetzt wird, ist geklärt, ob die Leitung dahinter dicht ist und welche Leitung wohin führt.
Inspektion und Wartung: damit die Klappe im Ernstfall auch wirklich schließt
Da ein Rückstauverschluss nur selten schließen muss, fallen Ablagerungen und Verschleiß im Alltag nicht auf. Aus diesem Grund sehen die Regeln für Betrieb und Wartung eine regelmäßige Kontrolle vor. Fehlt diese, verhindern Ablagerungen und verhärtete Dichtungen das dichte Schließen.
Was Sie als Betreiber selbst übernehmen
Laut DIN 1986-3 inspiziert der Betreiber, also in der Regel der Eigentümer des Hauses, den Verschluss etwa monatlich. Bei einem mechanischen Verschluss heißt das im Wesentlichen, den Notverschluss einmal zu schließen und wieder zu öffnen, damit er gangbar bleibt, und auf Auffälligkeiten zu achten. Bei einem Typ 3 kommt noch die Kontrolle von Anzeige und Alarm nach den Angaben des Herstellers hinzu.
- Den Notverschluss betätigen: schließen, öffnen und darauf achten, dass er leichtgängig ist.
- Gehäuse und Verbindungen von außen auf Feuchtigkeit und Ablagerungen kontrollieren.
- Bei Bodenabläufen mit integriertem Verschluss Schmutzfänger und Geruchsverschluss säubern.
- Vor längerer Abwesenheit den Notverschluss schließen und nach der Rückkehr wieder öffnen.
- Gluckergeräusche, Kanalgeruch oder einen verlangsamten Abfluss ernst nehmen.
Was zur Wartung durch einen Fachkundigen gehört
Darüber hinaus schreibt DIN 1986-3 eine Wartung durch einen Fachkundigen vor, und zwar etwa halbjährlich. Dabei wird der Deckel geöffnet, die Klappen werden ausgebaut, gereinigt und auf Verschleiß untersucht. Dichtungen und Dichtflächen werden geprüft und falls nötig ersetzt, anschließend folgt eine Funktionsprüfung. Bei einem Typ 3 werden zusätzlich Sensorik und Alarm kontrolliert. Für Abwasserhebeanlagen legt DIN EN 12056-4 eigene, nutzungsabhängige Intervalle fest: im Einfamilienhaus jährlich, im Mehrfamilienhaus halbjährlich, im Gewerbe vierteljährlich.
Wir empfehlen Ihnen, jede Wartung schriftlich festhalten zu lassen. Das ist im Gespräch mit der Versicherung hilfreich und lässt außerdem erkennen, ob bestimmte Probleme immer wieder auftreten. Sammeln sich an den Klappen auffällig viele Ablagerungen, lohnt es sich, die Zulaufleitung genauer anzusehen, denn erfahrungsgemäß steckt oft eine Senke oder ein Versatz dahinter, in dem sich Schmutz festsetzt. In diesem Fall hilft eine gründliche Rohrreinigung, und bei Bedarf wird das Gefälle korrigiert oder der Schaden saniert.
Warnsignale zwischen zwei Wartungsterminen
Manche Probleme kündigen sich bereits vorher an: - Nach einem Regen gluckert der Kellerablauf. - Das Wasser fließt langsamer ab als gewohnt. - Es riecht nach Kanal. In solchen Fällen schließt die Klappe möglicherweise nicht mehr richtig, oder die Leitung dahinter ist teilweise zugesetzt. Treten nach Starkregen feuchte Stellen am Kellerboden in der Nähe der Grundleitung auf, weist das auf Undichtigkeiten unterhalb der Bodenplatte hin. Mit einer Kamerabefahrung lässt sich rasch klären, ob das Problem beim Verschluss oder bei der Leitung liegt.





