Mit einer Kanal-TV-Inspektion schauen Sie unter Ihr Grundstück, ohne dass dafür der Bagger anrücken muss. Nehmen Sie zusätzlich eine Dichtheitsprüfung dazu, haben Sie schwarz auf weiß, ob Ihre Abwasserleitung dicht ist oder ob saniert werden sollte. Die Frage, die uns dabei die meisten Hausbesitzer stellen, ist meist dieselbe: Was kostet das – und ist die Rechnung am Ende fair? In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die Kostenlogik, den Ablauf und die rechtlichen Grundlagen, ganz konkret für Bremen und die Region.
Was passiert bei einer Kanal-TV-Inspektion?
Bei der TV- oder Kamera-Inspektion schieben wir eine kleine, lenkbare Kamera in die Abwasserleitung und fahren das Rohr Stück für Stück ab. Auf dem Monitor sieht der Techniker live, was sich im Rohr abspielt – etwa Risse oder eingewachsene Wurzeln. Jede Auffälligkeit wird mit Position und Meterangabe festgehalten, in der Regel mit Foto oder Videoaufnahme dazu.
Auf diesem Befund baut alles Weitere auf. Erst wenn feststeht, wo und weshalb eine Leitung Ärger macht, können Sie vernünftig entscheiden – ob eine Rohrreinigung genügt, ob eine Dichtheitsprüfung her muss oder ob eine Sanierung fällig ist. Ohne Kamerabild wäre das reines Raten.
Dichtheitsprüfung: Ablauf und gesetzliche Grundlagen
Die Dichtheitsprüfung belegt, ob eine Grundstücksentwässerungsleitung dicht ist und kein Abwasser ins Erdreich sickert. Geprüft werden meist die im Erdreich verlegten Schmutz- und Mischwasserleitungen zwischen Haus und öffentlichem Kanal – also genau die Leitungen, die Sie nicht sehen und bei denen Undichtigkeiten lange unbemerkt bleiben.
Ausschlaggebend ist die DIN 1986-100, die die Anforderungen an Grundstücksentwässerungsanlagen festlegt. Ob und wann eine Prüfung Pflicht ist, hängt zusätzlich von der jeweiligen kommunalen Satzung ab – und hier unterscheiden sich Bremen und die Umlandgemeinden. Wenn Sie unsicher sind: Ein Blick in die örtliche Entwässerungssatzung oder ein kurzer Anruf beim Fachbetrieb klärt, was für Ihr Grundstück gilt.
So läuft die Prüfung in der Praxis ab
- Zugang schaffenRevisionsschächte oder Reinigungsöffnungen werden freigelegt, damit Kamera und Prüftechnik an die Leitung herankommen.
- Bei Bedarf reinigenAblagerungen werden entfernt, damit die Kamera klare Bilder liefert und die Prüfung belastbar ist.
- Kamera-InspektionDie Leitung wird befahren, Schäden werden geortet und dokumentiert.
- DichtheitsprüfungMit Wasser oder Luft wird gemessen, ob die Leitung dem Prüfdruck standhält.
- ProtokollSie bekommen einen dokumentierten Nachweis mit Befund und – falls erforderlich – einer Empfehlung für die nächsten Schritte.
Müssen Sie als Hauseigentümer dabei sein? Nicht die ganze Zeit über, aber der Zugang zum Grundstück und zu den Schächten muss gegeben sein. In der Praxis ist es ratsam, zu Beginn kurz dabeizusein, um die Lage der Leitungen und bekannte Problemstellen durchzusprechen.
Was die Kosten beeinflusst
Eine seriöse Preisangabe gibt es erst, wenn klar ist, was vor Ort anfällt. Die folgenden Faktoren bestimmen den Aufwand – und damit den Preis. Wer sie kennt, kann eine Rechnung besser einschätzen und am Telefon gezielt die richtigen Fragen stellen.
Preistreiber bei Inspektion und Dichtheitsprüfung
| Was den Preis beeinflusst | Wirkung | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|
| Zugänglichkeit der Leitung | Fehlende Revisionsschächte erhöhen den Aufwand fürs Freilegen | Keine sichtbaren Reinigungsöffnungen im Haus oder Garten |
| Leitungslänge und -verzweigung | Mehr Meter und mehr Abzweige bedeuten mehr Prüfzeit | Großes Grundstück, mehrere Abläufe, Altbau |
| Vorherige Reinigung nötig | Stark verschmutzte Rohre müssen erst gespült werden | Bekannte Verstopfungsneigung, Ablagerungen, Geruch |
| Umfang der Dokumentation | Behördlicher Nachweis ist aufwendiger als eine Sichtprüfung | Satzung oder Versicherung verlangt ein Protokoll |
| Terminart und Dringlichkeit | Ein planbarer Termin lässt sich günstiger einrichten als eine kurzfristige Anfrage | Vorab vereinbart statt akuter Anlass |
Faktoren, die den Aufwand bestimmen — keine Preisangaben
Geld sparen durch clever gelegte Termine
Ein praktischer Hebel wird häufig übersehen: Mehrere Arbeiten lassen sich in einem einzigen Termin bündeln. Jede separate Anfahrt und jedes erneute Freilegen der Schächte kostet Zeit und Aufwand. Wer die Arbeiten sinnvoll kombiniert, spart sich Wege und Rüstzeit. Bei Mehrfamilienhäusern oder in der Nachbarschaft kann es sich außerdem auszahlen, Termine gemeinsam zu legen.
Erfahrung aus Bremen und dem Umland
Rohr- und Kanaltechnik lässt sich nicht mit Pauschalrezepten erledigen – die Böden und Leitungsnetze im Nordwesten sind von Ammendorf bis ins Emsland, von Bremerhaven bis ins Cuxland ganz unterschiedlich. Entsprechend genau gehört vor Ort hingeschaut, bevor Entscheidungen fallen.
Kenan Hundur & Suzana Schopper HSB arbeitet DWA- und SAG-zertifiziert und bringt die Qualifikationen für Inspektion und Sanierung mit. Zu den dokumentierten Objekten zählen unter anderem die Rolandklinik Bremen, das Marinemuseum und die Weserquerung in Bremerhaven. Zeigt die Kamera einen Schaden, lässt er sich oft grabenlos beheben – etwa per Schlauchliner oder Spraycoating, ohne dass der Garten aufgerissen werden muss.
Erst das Kamerabild, dann die Entscheidung.





